Institut für Prosopiatrie

Begriffe wie „Schizophrenie“ oder „Psyche“ bezeichnen keine Sachen. Schizophrenie wächst nicht am Baum und Psyche kann man nicht in eine Schubkarre legen. Beide Begriffe stehen für etwas Ausgedachtes. Ist das, wofür sie stehen, gut ausgedacht? Gibt es Besseres? Wir suchen, lernen, trainieren und forschen seit mehr als zwanzig Jahren. Dieser Prozess hatte bisher folgende Zwischenergebnisse:

  • Die heutige Medizin unseres Landes ist sehr erfolgreich in der Behandlung akuter Erkrankungen immer dann, wenn sich ein Behandlungsansatz am Körper findet. Funktionieren  die ersten Behandlungsversuche nicht oder findet sich kein Behandlungsansatz am Körper, ist unsere Medizin gar nicht so besonders gut.
  • Die hauptsächlichen psychiatrischen Forschungsbemühungen unserer Zeit suchen nach körperlichen Behandlungsansätzen. Sollten sie gefunden werden, etwa im Gehirn, werden wir uns gemeinsam mit diesen Forschern und unseren Patienten darüber freuen.
  • Aus dem derzeitigen Wirrwarr der Modellvorstellungen zu den nichtkörperlichen Aspekten des Menschseins hebt sich unserer Ansicht nach die Neue Phänomenologie des Kieler Philosophen Hermann Schmitz qualitativ heraus. Das Modell „Psyche“ wird in dieser Philosophie verworfen und durch das Modell des Menschen als „Person“ ersetzt. Wir erforschen derzeit die praktischen Konsequenzen dieser Veränderung.
  • Nicht weniger unübersichtlich ist das Arsenal praktischer Behandlungsmethoden mit einem Ansatz an den nichtkörperlichen Aspekten des Menschseins. Ausgehend von Richard Bandler und John Grinder werden seit mehr als dreißig Jahren unter dem Label NLP Behandlungsmethoden auf exzellente Wirksamkeit hin überprüft. Wir vertrauen den behutsamsten, umsichtigsten und wirksamsten dieser Methoden.

Das Wort „Prosopiatrie“ leitet sich, Ärztlicher Tradition folgend, aus den altgriechischen Vokabeln für Person und für Arzt, Heilkunde, Retter ab. Mit dieser Begriffsschöpfung grenzen wir unser Forschungsgebiet, die Heilbehandlung der Schizophrenie, sauber von der derzeitigen Übermacht anderer theoretischer Ansätze wie Psychiatrie, Psychologie, Psychosomatik, Psychotherapien unterschiedlichster Art, Neurologie und Genetik ab und schaffen einen gedanklich ruhigen Bereich für die Entwicklung einer Heilkunst auf der Basis des Konzepts des Menschen als Person der Neuen Phänomenologie in Verbindung mit den praktisch besten Behandlungsmethoden dieser Zeit mit Ansatz an den nichtkörperlichen Aspekten des Menschseins. Die Abgrenzung erfolgt in dreierlei Hinsicht: 1. von den Naturwissenschaften über die neuphänomenologische Mannigfaltigkeitslehre, 2. vom sicht- und tastbaren Körper über das Konzept des Leibes, als das, was man spürt und 3. von der Idee einer privaten Innenwelt jedes Menschen mit den Konzepten der Persönlichen Situation und der Persönlichen Welt.

Veranstaltungsreihen

  • Arbeitsgruppe „Neue Phänomenologie und Behandlungskunst“: Ärzte, Psychotherapeuten und psychologische Unternehmensberater unterstützen sich gegenseitig beim Studium der Neuen Phänomenologie und bei der gedanklichen und praktischen Anwendung dieser Philosophie in den jeweiligen Praxisfeldern. Aus dieser Arbeitsgruppe stammt das Buch „Zugang zu Menschen“, herausgegeben von Heinz Becker (s. Literaturempfehlungen). Vierteljährliche Arbeitstreffen in Hamburg, inklusive Falldiskussionen mit Hermann Schmitz. Jährliches dreitägiges Novembertreffen im Haus Tornow am See.
  • Arbeitsgruppe „Prosopiatrische Medizin“: Allgemeinmediziner, Prenzlkomm-Mitarbeiter und andere interessierte Fachleute unterstützen sich gegenseitig beim Studium der Neuen Phänomenologie und der praktischen Behandlungserfahrungen aller Beteiligten. Sie überprüfen gemeinsam mögliche theoretische und praktische Ableitungen für die Behandlung nichtpsychiatrischer Patienten. Vierteljährliche Arbeitstreffen in der Berliner Hausarztpraxis Dr. Harald Kamps.
  • Jährliche viertägige „Phänomenologische Sommerschule“ des Instituts für Philosophie der Universität Rostock  unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Großheim im August oder September im Haus Tornow am See. Philosophen und praktische Behandler widmen sich gemeinsam philosophischen Themen.
  • Jahressymposion der Gesellschaft für Neue Phänomenologie im April in Rostock (s. gnp-online.de)